Kurs-Ankündigungen

Philosophieren am Samstagvormittag:

 

 

Frühjahr 2018

 

Arbeitstitel

Szenen weiblichen Lebens

Elena Ferrante. Die geniale Freundin 

 

 

 

 

 

Kritisches Denken

Zur Aktualität der Kritischen Theorie

 

Wir werden überschwemmt mit neuen Formen und Möglichkeiten der Kommunikation. Wir sind konfrontiert mit immensen Wisensinformationen und einer bisher unvorstellbaren Beschleunigung der Datenverarbeitung. Was bedeutet das für das Denken, die Re-flexion? Sinneseindrücke müssen, um ins Bewußtsein zu gelangen, verarbeitet werden. In der aktuellen Entwicklung besteht die Gefahr, dass das Denken gegenüber der Information, dem Austausch von Daten, zu kurz kommt.

Platons Gedanken zur Begründung einer Philosophie sind aus der Unterscheidung zur 'doxa' entstanden, dem Austausch von 'bloßen' Meinungen, die an der Oberfläche und damit unverbindlich und beliebig bleiben. Heißt es nicht heute besonders achtsam sein, dass unser geistiges Vermögen zur Gestaltung und Distanzierung von Welt nicht im Gerede untergeht?

Im Seminar soll die Frage, was heißt kritisches Denken heute, anhand zentraler Thesen der Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno bearbeitet und diskutiert werden: die Ambivalenz der Vernunft, die Selbstunterwerfung des Subjektes, das Projekt der Kulturindustrie und das Geschlechterverhältnis.

 

 

 

 

Populismus

Analysen und Strategien

   

Der „Populismus“ ist in aller Munde, aber kaum jemand kann genauer sagen, was darunter verstanden wird.

Woher kommt dieser Begriff? Was besagt er? Was bedeutet eine populistische Bewegung heute? Wie verhalten wir uns dazu? Das sind Fragen dieses Seminars.

Fast täglich erreicht uns über die Medien eine neue populistische Botschaft des amerikanischen Präsidenten. Aber der Populismus hat viele Facetten, es gibt ihn – und gab ihn lange ignoriert – in vielen Ländern. Gegenwärtig dringt er in alltägliche Lebensbereiche auch bei uns ein. In öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsmitteln, im Supermarkt werden wir mit ihm konfrontiert und zu einer Haltung bzw. Stellungnahme gezwungen. Unser Politikverständnis steht auf dem Prüfstand.

An tagesaktuellen Texten und eigenen Erfahrungen soll  exemplarisch diskutiert werden, wie sich Populismus äußert und wie wir auf die Konfrontation mit Rassismus, Sexismus und Ausgrenzung reagieren könnten.

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Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche ist bis heute ein umstrittener Denker: zugleich hochgeschätzt und diffamiert in seiner grundlegenden Kritik des abendländischen Denkens.

Was sagt er uns Frauen?

Jenseits des absolut überbeanspruchten Zitats mit der Peitsche ermöglicht seine Kritik an Christentum, Moral und Philosophie tiefe Einsichten in unser vorherrschendes Weltbild und Selbstverständnis, einschließlich der Geschlechterbeziehung.

Die Opfer- und Sündermoral des Glaubens sowie der Anthropozentrismus philosophischer Weltbetrachtung haben immer auch die Zweitrangigkeit des weiblichen Geschlechts bekräftigt und legitimiert. Mit dieser Zuschreibung räumt Nietzsche radikal auf und entschlüsselt die Strukturen unseres Denkens und der Moral.

In dieser Veranstaltung werden vier Themen zur Diskussion gestellt:

1) das Dionysische und das Apollinische: die Aufspaltung des Lebens und das Leiden daran, 2) was uns klein macht: die Unterwerfung unter den Glauben und die Existenz bedrohende Angst eines Gottesverlustes, 3) ja! sagen zum Leben: die Schwere überwinden und sich neu erfinden, 4) Nietzsche und die Frauen.

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Glück

Die Frage nach einem guten, gerechten und sinnvollen Leben - von Frauen

Glück ist zunächst nur ein Wort mit vielfältigen Bedeutungen, die kulturell und individuell geprägt sein können. Mit dem Begriff verbinden wir jedoch Kernfragen des menschlichen Lebens. Es sind in philosophischem Sinn Fragen nach den Kriterien, die ein erfülltes Leben ausmachen.

Die leitenden Fragestellungen für das Seminar werden sein: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir leben als Frauen? Was könnten relevante Maßstäbe sein, an denen wir unser Leben ausrichten?

Als Basistext sind Auszüge aus dem Buch von Wilhelm Schmid GLÜCK vorgesehen, als eine erste Annäherung an des Thema. Des weiteren gibt es Texte von Christine de Pizan aus dem 1405 veröffentlichten BUCH VON DER STADT DER FRAUEN, einem allegorischen Entwurf eines 'weiblichen Wunschraumes'. Als Kontrast dazu die Gedanken von Nadja Tolokonnikowa, einem Mitglied der russischen Gruppe Pussy Riot, aus ihrem gerade erschienenen Buch ANLEITUNG ZUR REVOLUTION.

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Frauen

Anna Karenina, Carmen, Medea, Nora

 

 Sie leben, lieben, leiden und sterben auf der Bühne beziehungsweise auf dem Papier. Sie sind schön, sie sind stolz, sie sind schrecklich, sie sind verzweifelt, sie sind brav.

 In der diesjährigen Spielzeit präsentiert das Theater Bremen mehrere Werke über berühmte Frauenfiguren und Frauenschicksale: Anna Karenina, Carmen, Medea und Nora. Diese vier Frauen verkörpern offensichtlich zeitlose Frauenbilder und zeigen immer noch berührende Darstellungen von Frausein und Weiblichkeit. Worin liegt ihre andauernde Faszination?

 Unter einer geschlechtertheoretischen Perspektive soll herausgearbeitet werden, wie Autoren und Regisseure das Frauenbild präsentieren und welche Konzepte des Geschlechterverhältnisses den jeweiligen Werken und Epochen zugrunde liegen. Die entscheidende Frage wird sein:  Anna Karenina, Carmen, Medea und Nora - sind sie „Frauen“?

 

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ISIS UND OSIRIS

Vom 'Geheimnis' des Lebens und der 'Erfindung' des Todes

 

 Mumien, Nekropole und Pyramiden - diese Relikte ägyptischer Kultur versetzen uns noch heute ins Staunen. Aufgrund welcher Vorstellungen und Motive haben die Ägypter diese Kultur erfunden, was haben sie sich dabei gedacht, was wollten sie damit bewirken?

Von zentraler Bedeutung für das Verständnis dieser Phänomene ist der Mythos von Isis und Osiris, einem Götterpaar der ägyptischen Mythologie. Er beschreibt nicht nur einen Regenerations-Zyklus, das Werden und Vergehen von Leben, sondern versinnbildlicht auch die Vorstellung der Seele und ihre Beziehung zum kosmischen Geschehen.

In der Tradition des ägyptischen Totenkultes kam es aus heutiger Sicht zu einer Bedeutungsverschiebung von Isis zu Osiris, vom Leben zum Tod, vom Mythos zum Kult und von einem matriarchalen zu einem patriarchalen Weltbild. Diese Vorstellung wurde dann prägend für die griechisch/römische Antike, die jüdische Religion und den christlichen Glauben - und das heißt für unser heutiges Verständnis von der Seele, dem Leben und dem Tod.

Die oben aufgeworfenen Fragen sollen im Seminar auf der Basis einer geschlechtertheoretischen Rekonstruktion des Isis-Osiris-Mythos reflektiert werden. Anhand von verschiedenen Texten werden wir der Frage nachgehen: was besagen die Vorstellungen, dass die Seelen in den Himmel aufsteigen beziehungsweise in die Unterwelt eingehen? Was ist das Problem, auf das diese Kultur einen Antwort entwickelt?

 

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FEMINISTISCHE PHILOSOPHIE.  Eine Einführung.

Der Feminismus hat heute viel Facetten: es gibt Frauen-Gleichstellungszentren, gender-mainstreaming, Quotenregelung, gender-studies, Alice Schwarzer und einen wissenschaftlichen Feminismus.

Was sie verbindet ist einzig, dass alle diese Strömumgen ursprünglich aus der Frauenbewegung der 70er Jahre entstanden sind, in der die Emanzipation der Frau gefordert wurde. Seit einiger Zeit wird regelmäßig die Frage gestellt: brauchen wir noch einen Feminismus? Die Antworten sind erwartungsgemäß konträr. Die Antwort der Feministischen Philosophie würde lauten: nein! Wir brauchen eine Geschlechter-Theorie, in der das Geschlechterverhältnis reflektiert wird.

Eigentlich ist der Begriff der Feministischen Philosophie irreführend und zwar in zweifacher Hinsicht: einmal weil dem Denken selbst keine geschlechtliche Eigenschaft zu kommt und es zum anderen nicht (mehr) um eine spezifisch weibliche Sichtweise geht. Dennoch hat sich dieser Begriff Feministische Philosophie etabliert für ein Denken von Frauen, die der Frage nach den Konstruktionsprinzipien des Geschlechterverhältnisses nachgehen. Auf dieser Basis entsteht ein Denken sich ihrer selbst bewußter Frauen.

In dieser Veranstaltung werden am Beispiel von Textauszügen von Simone de Beauvoir, Luce Irigaray, Genevieve Fraisse und Luisa Muraro die Kerngedanken dieser Philosophinnen präsentiert und zur Diskussion gestellt. 

 

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Die SEELE

Aus heutiger Sicht scheint es ein altmodisches Wort, die SEELE, reden wir doch eher vom Ich, dem Selbst, dem Charakter, der Persönlichkeit oder dem psychischen Apparat. Gleichwohl bleibt dabei immer etwas Rätselhaftes, Geheimnisvolles, Unerklärliches, das durch all diese Bezeichnungen nur bedingt beantwortet wird.

Was meinen wir, wenn wir von der Seele sprechen? Diese und weitere Fragen sollen exemplarisch am Bedeutungswandel dieses Begriffs – begrenzt auf unsere abendländisch europäische Tradition – reflektiert werden. Warum verbinden wir noch heute das Ende des Lebens mit dem Austritt der Seele aus dem Körper? Warum denken wir, dass die Seelen weiter existieren? Worauf basiert die Vorstellung, dass sie in den Himmel aufsteigen? Was geschieht mit der Seele im Kosmos? Was für ein Modell von in-der-Welt-Sein liegt dem Konzept der Seele zugrunde?

Es gibt Textauszüge von Dante Alighieri über die Seelen im Fegefeuer, von Platon über die aufsteigende Seele und von Ludwig Klages über Elementarseelen sowie zu Gedanken der Unsterblichkeit und der Ahnenkulte.

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PROSTITUTION - Betrifft uns das?

Welche Motive sind es, die Frauen veranlassen, Sexualität käuflich anzubieten? Ist das Eingehen einer Intim-Beziehung Arbeit? Eine Dienstleistung? Was für ein Selbstbild von Weiblichkeit  liegt dieser Tätigkeit zugrunde? Wie kommt es, dass überwiegend Männer Prostituierte aufsuchen, warum tun das Frauen nur in geringfügiger Anzahl? Warum sind die Frauen, die Sex anbieten, überwiegend Ausländerinnen aus ärmeren Ländern mit ungesichertem Aufenthaltsstatus? Es wird gesagt, Prostitutiton sei das 'älteste Gewerbe' der Welt. Welcher Welt? Was soll damit gesagt werden, dass es schon immer so war?

Der gesellschaftlichen Ausgrenzung der Prostitution in spezifische Milieus entspricht eine Ausgrenzung dieses Themas aus öffentlichen Diskursen. Zwar gab es 2012 Diskussionen über  das 10jährige Bestehen des Prostitutitons-Gesetzes in der BRD und seine Wirkung, aber diese Debatte hatte wenig Resonanz weder in Frauengruppen noch in einer breiteren Öffentlichkeit.

Gibt es hier einen 'black-out'?

Das wird die zentrale Problemstellung dieser Veranstaltung sein: hinzuschauen, was Prostitution heute ist und zu reflektieren, was sie bedeutet. Was bedeutet die Existenz von legalisierter Prostitution in einer modernen Gesellschaft für emanzipierte Frauen, ihr Selbstverständnis und ihr Selbstbewußtsein?

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GELD. Ein  Blick hinter die Kulissen

Schwindelerregende Beträge von Geld werden derzeit von Parlamenten bewilligt und von Banken verteilt, Summen, die sich für den Normalbürger in unvorstellbaren Dimensionen bewegen. Zugleich versichern Politiker und Ökonomen, die Lage im Griff zu haben. Wer mag das noch glauben?

Laut Umfrageergebnissen tun das ¾ der bundesrepublikanischen Bevölkerung nicht mehr. Aber trotz diverser talk-shows und Experten-Interviews fehlt es an Analysen, die diesem Irrationalismus auf den Grund gehen und aufzeigen, woraus dieser entstanden ist und wohin er uns führen wird.

Offensichtlich gibt es eine andere (unerkannte) Dynamik jenseits der aktuellen Debatten, die aus dem Blickfeld und damit aus dem Handlungsbereich geraten ist, so lautet die These dieser Veranstaltungsreihe. Die gerade geläufigen Begriffe wie „Rettung“ (der Banken, des Euro), „Schuld(en)“, „Kredit“ und „Gläubiger“ zeigen uns eine Spur, auf die das Augenmerk zu richten ist: auf einen ursprünglich religiösen Bedeutungszusammenhang. Darüber wird heute nicht mehr geredet und vielleicht auch nichts mehr gewusst? Dieser Spur einer Verdrängung und Überlagerung von früheren Bedeutungselementen soll mit einem kulturwissenschaftlichen Blick nachgegangen werden. Dieser Blick richtet sich auf die Sinn-Dimension, deswegen heißt die Fragestellung nicht: was ist Geld, sondern was bedeutet Geld?

Eine kleine Auswahl von theoretischen Antworten wird präsentiert und zur Diskussion gestellt: der Fetisch-Charakter der Ware und die Magie des Geldes, der Zusammenhang von Schuld und Opfer, die Triebstruktur des Geldes und die Verdrängung des Weiblichen.

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Einführung in FEMINISTISCHE PHILOSOPHIE

Ob es so etwas gibt wie ‚feministische Philosophie', darüber wird gestritten. Nach traditioneller Auffassung ist Philosophie ein System allgemein gültiger Thesen und Prinzipien - und das heißt unabhängig von geschlechtlichen Voraussetzungen und Bedingungen. Aber gibt es Individuen und Körper ohne Geschlecht? Sind Philosophen a-sexuell und sind ihre Gedanken wirklich unabhängig von ihrer Körperlichkeit? Dieser Gedanke wurde von verschiedenen Philosophinnen vor allem aus Frankreich und Italien in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgesprochen und reflektiert. Die daraus entstandene Denkrichtung, die in sich durchaus vielschichtig ist und nicht als ‚Schule' zu verstehen ist, wird mit dem Begriff der ‚feministischen Philosophie' bezeichnet.

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Lektürekurs Feministische Philosophie

Philosophie bedeutet Nachdenken. Das Nachdenken kommt in der heutigen Zeit zu kurz. Was heißt es als Frau zu denken? Wie wurden "Frauen" in der bestehenden Philosophie gedacht? Wie fängt frau an, selbst zu denken? 
Grundlage des Kurses ist das philosophische Lesebuch "PARADIGMA GESCHLECHTERDIFFERENZ".

Den oben genannten Fragen soll an ausgewählten Texten nachgegangen werden.

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Für weitere Informationen oder Absprachen bitte ich Sie, mit mir Kontakt aufzunehmen.